digitale Plattformen



Plattformen unter Industrie 4.0 

Immer größere Teile der Wirtschaft bauen klassische »Pipeline-Märkte« zu »Plattform-Märkten« um. Industrie-Plattformen werden zur dominierenden Markt- Architektur unserer Zeit werden. 

Die Digitalisierung ist einer der Haupttreiber dieser Entwicklung: Digitale Plattformen werden immer mehr zu den »unsichtbaren Motoren« unserer Wirtschaft. 



Plattformökonomie in der Fertigung

Digitalisierung in der Fertigung ist für viele gleichbedeutend mit Industrie 4.0, also dem Wandel hin zu „intelligenten“ Produktionsanlagen und Produkten.

Tatsächlich aber gibt es noch einen zweiten Aspekt, der in vielen Debatten zu kurz kommt. Die Rede ist vom Wandel der Marktstrukturen.



Geschäftsmodelle neu definiert

Auf digitalen Plattformen bietet eine große Zahl an Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen an. Kunden und Anbieter finden zusammen.

Vor allem für die Endkunden ist das praktisch. Sie finden alle Angebote an einer Stelle, können Preise oder Funktionen vergleichen und sofort ordern. Apps gibt es in Apples App Store. Waren aller Art auf Amazon. Informationen zu beliebigen Themen über Google. Mitfahrgelegenheiten und Unterkünfte auf Uber und Airbnb.



Potenzial von Industrieplattformen

Plattformen haben diverse Vorteile für diejenigen, die dort ihre Produkte, Dienstleistungen und Prozesse anbieten. Die Unternehmen können eine vollentwickelte Infrastruktur nutzen, ohne sie selbst aufbauen oder warten zu müssen.

Das ist eine enorme Entlastung – finanziell und vom Aufwand her. Viele Anbieter könnten ihr Geschäft ohne diese Unterstützung gar nicht betreiben.



Beispiele für Potenzial von Industrieplattformen

Maschinenbauer Trumpf hat die Axoom GmbH als digitale Geschäftsplattform für Industrie 4.0 gegründet. Das Unternehmen soll auf Basis einer browserbasierten Software den Weg zur "Smart Factory" der Zukunft und einer Produktion mit geringsten Losgrößen ebnen.

Mit der ganzheitlichen Lösung lässt sich die Verfügbarkeit von Maschinen, Material und Mitarbeitern transparent verwalten. Ein integrierter App-Store macht Kunden zudem Speziallösungen diverser Partnerunternehmen verfügbar.



Beispiele für Potenzial von Industrieplattformen

Siemens hat Mindsphere gegründet. Die offene Cloudplattform soll zentraler Baustein von IoT-Betriebssystemen sein und es ermöglichen, Anlagen auf Basis von Produktionsdatenanalysen zu verbessern.

Außerdem dient die Plattform als Grundlage für Anwendungen und datenbasierte Services von Siemens und Drittanbietern – etwa für vorausschauende Wartung, Energiedaten-Management oder Ressourcenoptimierung.



Neue Strategien

Entscheider in Fertigungsunternehmen stehen jetzt vor entscheidenden Fragen: „Wie werden sich meine Prozesse durch die Plattformökonomie verändern? Sollen wir die Plattformen selbst entwickeln?

Wenn ja, mit welchen Partnern? Wenn nein, wie können wir die bestehenden optimal nutzen?“

Die Digital Factory ist der ideale Ort, um Ideen über Plattformstrategien für Fertigungsunternehmen auszutauschen und Wege in die digitale Zukunft vorzuzeichnen.



Markt

„Der Markt für digitale Plattformen im Zusammenhang mit Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 und datenbasierte Smart Services ist weiterhin offen, und Unternehmen aus Deutschland kämpfen um Wertschöpfungsanteile in diesem Bereich.

Gleichzeitig droht die Gefahr, dass einzelne Unternehmen den Trend zur Plattformökonomie verschlafen“, heißt es in der Einleitung der aufschlussreichen Studie „Autonomik für Industrie 4.0“, die unter Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums entstand. Wichtig ist dabei, in welchem Feld man vorhat, sich zu bewegen.



Formen und Architekturen

Transaktionszentrierte Plattformen vermitteln Angebot und Nachfrage, stellen also Marktplätze dar, sie ermöglichen und erleichtern bzw. effektivieren Transaktionen. Erfolgsfaktoren sind z.B. effiziente Informations- und Suchtools, Angebots- und Bewertungmechanismen, plattformseitige Qualitätssicherung, glaubhafte Unabhängigkeit.

Datenzentrierte Plattformen schaffen digitale Ökosysteme. Im Mittelpunkt steht eine datenbasierte Vernetzung von einander ergänzenden Produkten wie Hardware, Software, Daten, Services. Damit sie funktionieren, brauchen sie u.a. hohe Benutzerfreundlichkeit, ein Zertifizierungssystem, damit die Kompatibilität von Datenworkloads gewährleistet ist, sowie Visualisierungstools.